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Allergien sind sehr häufig. Etwa 10% der Bevölkerung sind hiervon betroffen. Die häufigsten allergischen Erkrankungen sind hierbei die atopischen Erkrankungen, hier an erster Stelle der Heuschnupfen, dann das Asthma bronchiale, die Hausstaubmilben- und Tierhaarallergie, Nahrungsmittelallergien, die Urticaria (Nesselsucht) und die Neurodermitis. Eine völlig andere Allergieform stellen die Kontaktallergien, zB. Auf Metalle, Salbengrundlagen, Duftstoffe und zahlreiche Berufsstoffe (zB Haarfarben bei Friseuren) dar. Wir führen als Allergologen alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bei Allergien durch. Hierzu gehören Hauttests, Allergie-Antikörperbestimmungen, nasale Provokationstests, Epicutantests und die Hyposensibilisierung.

Die Atemwegsallergien können in Form von Heuschnupfen die oberen Luftwege und in Form des allergischen Asthmas auch die Lunge betreffen. Die allergische Rhinitis tritt saisonal auf. Da meist auch die Bindehäute der Augen mitbetroffen sind, wird sie als Rhinokonjunktivitis bezeichnet. Sie wird sehr häufig durch eine allergische Reaktion auf Pollen verursacht.

Hier gibt es drei große Gruppen: Bäume (z. B. Erlen- oder Birkenpollen), Gräser (Gräserallergie) und Kräuter (beispielsweise Beifuß Allergie) mit der jeweiligen Saison im Frühling, Frühsommer und Spätsommer. Der Heuschnupfen, auch Pollinosis genannt, ist eine weitverbreitete Erkrankung, die bei mehr als zehn Prozent der Gesamtbevölkerung auftritt. Oft beginnt er bereits in der Kindheit, weitaus am häufigsten betroffen sind Jugendliche. Bereits deutlich weniger kommt er im mittleren Lebensalter vor und nur selten im höheren Alter.

Weitere Informationen zu Atemwegs­allergien

Welche Symptome treten bei Heuschnupfen auf?

Typische Pollenallergie Symptome sind Juckreiz in Augen, Nase und Rachen, wiederholtes Niesen (bisweilen attackenartig) und eine verstopfte Nase mit wässrigem Ausfluss. Als Komplikation kann es auf dem Höhepunkt der Saison auch zu asthmatischen Beschwerden (allergisches Asthma) kommen. Je mehr Pollen unterwegs sind, desto stärker können die Beschwerden sein. Bei sonnigem und trockenem Wetter ist die Pollenzahl in der Regel hoch, niedrig ist sie in kalten und regnerischen Abschnitten. Der Pollenflug ist meist am frühen Morgen am stärksten. Am Meer und in den Bergen findet man eine insgesamt geringere Pollenzahl, auf dem Land sowie in Tälern ist die Pollenzahl erhöht. Der Pollenflugkalender zeigt den Pollenflug im Jahresüberblick. Wer allergisch auf Pollen reagiert, hat oft aufgrund ähnlicher Allergene auch mit bestimmten Nahrungsmitteln Schwierigkeiten, dann spricht man von einer Kreuzallergie.

Wie stellt man die Diagnose einer Rhinoconjunktivitis allergica?

Eine Sensibilisierung kann rasch durch eine Pricktestung (Testung der Allergene auf der Haut) und durch eine Blutuntersuchung (RAST) identifiziert werden. Die positiven Reaktionen beim Allergietest werden dann noch mit einem nasalen Provokationstest auf ihre Bedeutung untersucht. Dann kann in Zusammenschau mit der Anamnese die Diagnose gestellt werden.

Welche therapeutischen Maßnahmen können ergriffen werden?

Die effektivste Methode zur Behandlung einer Allergie ist das Meiden des auslösenden Allergens. Dies ist jedoch gerade bei der Pollenallergie kaum möglich. Jedoch gilt, dass eine übermäßige Exposition vermieden werden sollte. Dies z. B. kann geschehen, indem der Kontakt zu wilden und gezüchteten Gräsern gemieden wird. Der Rasen sollte nicht selbst gemäht werden, auch sollten die Schlafzimmerfenster geschlossen sein, ggf. ist die Installation einer Klimaanlage mit Filtersystemen sinnvoll. Die Allergenhäufigkeit sollte auch bei der Urlaubsplanung eine Rolle spielen. Das Urlaubsgebiet sollte entsprechend nach den oben erwähnten pollenarmen Regionen ausgewählt werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, ist eine symptomatische Therapie mit lokalen (Augentropfen, Nasenspray) oder oralen Antihistaminika oder eine prophylaktische Therapie mit Cromoglycinsäure indiziert. Bisweilen ist auch der Einsatz von steroidhaltigen Nasensprays notwendig.

Hauptverursacher einer Hausstauballergie sind die Milben und ihre Ausscheidungsprodukte. Die Milben (Acarinae) sind mit den Spinnen verwandt und kommen fast auf der ganzen Welt vor. Allergologisch sind vor allem zwei Arten von Bedeutung: die Hausstaubmilbe (lat. Dermatophagoides pteronyssinus) und die Mehlmilbe (lat. Dermatophagoides farinae). Mit einer Größe von etwa einem halben Millimeter sind sie mit bloßem Auge nicht sichtbar.

Weitere Informationen zur Haus­staub­milbenallergie

Was sind die Allergiesymptome?

Die Hausstauballergie Symptome sind Niesen besonders am Morgen sowie eine laufende oder häufig verstopfte Nase. Mit der Zeit sind auch die unteren Atemwege gereizt. Es kommt zu Husten und erschwertem Atmen mit Pfeifgeräuschen. Nach körperlicher Anstrengung tritt dies besonders häufig auf. Eine Stauballergie kann allergisches Asthma verursachen, eine Neurodermitis kann durch Hausstaubmilben verschlimmert werden. Um den Verdacht auf eine Hausstauballergie zu bestätigen, ist ein Allergietest mit dem entsprechenden Allergen hilfreich (meist Pricktest).

Wo halten sich die Hausstaubmilben auf?

Die Milben halten sich bevorzugt im Bereich von Teppichen, Polstermöbeln, Gardinen, Betten und Kuscheltieren auf. Sie ernähren sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen sowie anderen organischen Bestandteilen des Staubs. In einem Gramm Staub aus einer Matratze können bis zu 15.000 Milben nachgewiesen werden. Das allergologisch relevante Allergen der Hausstaubmilbe sind ihre winzigen Kotballen (Größe 10 bis 40 Mikrometer).

Welche Lebensbedingungen benötigen die Hausstaubmilben?

Für Milben günstige Lebensbedingungen sind Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius und ein Luftfeuchtigkeitsgehalt um 70 Prozent. Unter 55 % Luftfeuchtigkeit sterben die Milben ab. Aufgrund besserer Isolierung und Wärmeschutzmaßnahmen sind die modernen Einfamilienhäuser schlechter durchlüftet und bieten den Milben meist günstigere Lebensbedingungen als Altbauten. Innerhalb eines Gebäudes nimmt die Milbenallergen-Konzentration mit steigender Stockwerkshöhe in Folge des sinkenden Feuchtigkeitsgehaltes ab.

Wie können die Hausstaubmilben nachgewiesen werden?

Zum Nachweis von Hausstaubmilben bzw. ihren Stoffwechselprodukten gibt es Testsets (in der Apotheke erhältlich), sodass Sie die Hausstaubmilbenkonzentration für jedes Zimmer einzeln ermitteln können. Bei einer Menge von hundert Milben pro Gramm Staub ist das Risiko einer Sensibilisierung gegenüber Hausstaubmilbenallergenen erhöht. Ab einer Anzahl von 500 Milben pro Gramm Staub ist das Risiko der Entstehung eines allergischen Asthmas erhöht.

Welche allgemeinen Maßnahmen müssen ergriffen werden?

Nach Feststellung der Milbenkonzentration in den einzelnen Zimmern sind entsprechende Sanierungsmaßnahmen angezeigt: Teppiche, Kissen, Polstermöbel, Stofftiere sind akarizid, d. h. milbenabtötend zu behandeln (hierfür gibt es spezielle Präparate). Für textile Materialien, die nicht über 60 Grad erhitzt werden dürfen (60 Grad Celsius ist die Temperatur, bei der die Hausstaubmilben abgetötet werden), gibt es Waschzusätze, welche die Milben auch bei niedrigeren Temperaturen oder bei Handwäsche zuverlässig abtöten.

Weiterhin sind bei Milbenallergie alle textilen Bestandteile des Bettes auf synthetische Materialien umzustellen, im Handel ist Allergiker-Bettwäsche erhältlich. Matratzen sind ggf. mit einem speziellen Überzug zu versehen. Dieser sollte allergendicht und atmungsaktiv sein. Eine Erstattung durch die Krankenkasse ist hier teilweise möglich. Polstermöbel sollten Sie durch Glattlederpolster und Teppichböden durch fugenlose Bodenbeläge ersetzen. Weiterhin ist es wichtig, das Bettzeug täglich zu lüften und die Bettwäsche einmal pro Woche zu wechseln.

Wie bereits erwähnt, sollte mindestens 60 Grad Waschtemperatur erreicht werden (Hygrometer), um die Milben zu bekämpfen. Weitere Maßnahmen: Kämmen oder bürsten Sie Ihre Haare nicht im Schlafzimmer, stellen Sie keine Pflanzen im Schlafzimmer auf und schaffen Sie – so weh es tut – Ihre Haustiere ab. Des Weiteren sollte kein Staub aufgewirbelt werden, der Allergiker selbst sollte nicht staubsaugen, da beim Staubsaugen und Putzen die Allergene durch die Luft transportiert werden – maximal bis 30 Minuten nach Verwirbelung.

Die häufigste Variante einer allergischen Manifestation an der Haut ist das sogenannte Kontaktekzem (auch Kontaktallergie genannt). Dieses wird hervorgerufen durch den Kontakt der Haut mit den Allergenen (z. B. Nickel). Vor Auftreten der Hauterscheinungen muss jedoch eine Sensibilisierungsphase stattgefunden haben. Dies bedeutet, dass nicht ein einmaliger Kontakt zu einer Substanz bereits eine Allergie hervorrufen kann, es muss zumindest ein weiterer Kontakt vorausgegangen sein.

Sehr häufig kommt das Kontaktekzem oder die Kontaktdermatitis im Bereich der Hände vor. Bei einer ausgeprägten Sensibilisierung kann es auch zu einer sogenannten Streuung des Kontaktekzems kommen. Hierbei kann am gesamten restlichen Körper eine Ekzemreaktion (allergische Reaktion der Haut) auftreten, ohne dass an diesen Stellen ein direkter Kontakt zum Allergen stattgefunden hat.

Die Fähigkeit ein Kontaktekzem auszubilden, ist bei Patienten mit einer atopischen Diathese (Neigung zu Neurodermitis, Heuschnupfen, allergischem Asthma) und bei Patienten mit einer chronisch irritierten Haut erhöht. Da bei diesen Krankheitsbildern eine gestörte Barrierefunktion des Hautorgans vorliegt, können die Allergene leichter eindringen und eine Sensibilisierung hervorrufen.

Weitere Informationen zum Kontaktekzem

Wie wird die Diagnose eines Kontaktekzems gestellt?

Zunächst ist genau zu ermitteln, zu welchen Substanzen wann und wie oft Kontakt bestand, welcher Beruf ausgeübt wird, ob eine Ekzemveranlagung besteht, ob andere Hauterkrankungen bereits in der Familie bekannt sind oder ob da bereits eine Sensibilisierung besteht und hierüber ein Allergiepass ausgestellt wurde. Neben dem Kontaktekzem sind weitere Hauterkrankungen wie eine Neurodermitis (atopisches Ekzem), eine Schuppenflechte oder eine Hautpilzerkrankung stets auszuschließen.

Nach einer gründlichen Anamnese folgen dann – in abgeheiltem Hautzustand – die allergologischen Testungen (sog. Epicutantestungen). Beim Epicutantest werden standardisierte Substanzreihen in spezieller Weise auf den Rücken aufgeklebt und nach 48 und 72 Stunden abgelesen. Gegebenenfalls verwendete eigene Substanzen werden hierbei mitgetestet.

Was kann therapeutisch unternommen werden?

Die effektivste Therapie zur Behandlung einer Allergie ist Meiden des auslösenden Allergens. In den meisten Fällen ist dies bei Allergien, die durch Hautkontakt mit einer speziellen Substanz ausgelöst werden, möglich. Des Weiteren sind prädisponierende Faktoren für die Kontaktekzemstörung zu beseitigen. Dies bedeutet eine konsequente Hautpflege mit rückfettenden Salben und Cremes sowie die Verwendung von Hautschutzprodukten und gegebenenfalls das Tragen von speziellen Handschuhen.

Bei der Akutbehandlung von Hautekzemen ist es meist notwendig, steroidhaltige Salben und Cremes anzuwenden. Dies jedoch nur kurzfristig, da bei Meiden des Allergens von einer raschen Abheilung auszugehen ist. Im Anschluss daran ist eine pflegende Hauttherapie konsequent weiterzuführen. In ausgeprägten Fällen ist zusätzlich eine spezielle Creme-UV-A-Bestrahlung notwendig.

Nach erfolgter Allergenidentifikation durch die oben erwähnten Anamnese / Testungen wird ein Allergiepass ausgestellt. Darin sind Informationen enthalten, in welchen Substanzen die betreffenden Allergene vorkommen. Dieser Allergiepass ist stets mit sich zu führen und es ist zu kontrollieren, ob neu erworbene Substanzen oder Gegenstände gegebenenfalls die entsprechenden Allergene enthalten und damit zu meiden sind.

Allergien lassen sich langfristig mit einer Hyposensibilisierung behandeln. Darunter versteht man das schrittweise unempfindlich machen gegenüber verschiedenen Allergenen durch die kontrollierte Gabe von Allergenlösungen in ansteigender Dosierung. Die Hyposensibilisierung wird manchmal auch Desensibilisierung oder Allergieimpfung genannt und ist die einzige Möglichkeit der Ursache der Allergie entgegenzuwirken. Die Hyposensibilisierungsbehandlung wird bei uns in der Regel als Kurzzeit oder Ultra-Kurzzeit Behandlung (4 Spritzen) (Ausnahme: Hausstaubmilbe) durchgeführt. Die Erfolgsraten liegen bei weit über 80 %.

Weitere Informationen zur Hypo­sensibilisierung

Wann sollte eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden?

Sind symptomatische Maßnahmen bei der Behandlung von allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Insektengiftallergien, Hausstauballergie) nicht ausreichend, ist es notwendig, eine spezifische Immuntherapie durchzuführen. Indikationen für die Durchführung einer solchen Therapie sind ausgeprägte Allergie Symptome (Augentränen, Nasenlaufen, verstopfte Nase, heftiger Niesreiz, Atemwegsbeschwerden) zunehmende und lang andauernde Beschwerden. Die Impfung gegen Schimmelpilzsporen und Tierhaare (z. B. Katzenallergie) gilt als umstritten und wird selten durchgeführt.

Allergietest vor der spezifischen Immuntherapie

Zur Hyposensibilisierung steht heute eine Vielzahl von Präparaten für die verschiedensten Allergene zur Verfügung. Vor Einleitung der Therapie muss die Diagnose durch allergologische Testungen und RAST (Allergieantikörper) Bestimmungen gesichert sein. Die Hyposensibilisierung eignet sich insbesondere für junge Erwachsene und Kinder ab einem Alter von sechs Jahren.

Erfolgreiche Desensibilisierung

Der Erfolg der Hyposensibilisierungsbehandlung hängt auch von der Zahl der Sensibilisierungen ab. In über 80 % der Fälle kann durch die Therapie eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielt werden, jedoch werden durch eine alleinige Hyposensibilisierung manche Patienten nicht vollkommen beschwerdefrei. Eine begleitende medikamentöse Therapie (Antihistaminika) ist dann manchmal zusätzlich notwendig.

Nur wenige stechende Insekten können beim Menschen eine Allergie auslösen. In Deutschland gehören hierzu Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen. Aufgrund der Verbreitung und ihrer Nähe zum Menschen sind Bienen und Wespen von besonderer Bedeutung. Verstärkte Gefahr besteht an schwül-heißen Tagen sowie bei Annäherung an die Nester der Insekten.

Allergische Reaktion der Haut

Bienen haben einen braunen Hinterleib und eine starke Behaarung. Vor allem von Mai bis August sind sie verbreitet, Wespen in den Monaten Juli bis September, wenn das Obst reif ist. An ihnen fällt die Taillierung („Wespentaille“) und ihre gelb schwarze Bänderung auf. Stiche von Bienen und Wespen bei Nichtallergikern bedingen höchstens eine lokale Reaktion mit Schmerz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle. Auch wenn diese Reaktion sehr ausgeprägt ist, ist noch nicht von einer Insektengiftallergie auszugehen.

Bei Allergien gegenüber Bienen und Wespen kann ein Stich lebensbedrohlich sein. Insektengiftallergie Symptome, wie Juckreiz am ganzen Körper, Quaddeln, Kreislaufprobleme, Schluckbeschwerden und Atemnot, können auftreten. Dies erfordert eine rechtzeitige Behandlung.

Wespen- und Bienenstich Behandlung

Die Stiche von Bienen, Wespen, Hummeln oder Hornissen können bei einigen, sensibilisierten Menschen zu schweren lokalen oder allgemeinen allergischen Reaktionen führen. Wenn eine derartige Reaktion aufgetreten ist, führen wir eine exakte Diagnostik mittels Bestimmung der spezifischen Allergieantikörper (RAST) gegen Insektengiftallergene, sowie eine Prick- und Intracutan-Hauttestung durch. Bei einer positiven Reaktion veranlassen wir folgendes:

Versorgung mit einer Notfallapotheke (Allergie Medikamente), die der sensibilisierte Patient ständig mit sich tragen muss. Stationäre Einleitung einer Schnellhyposensibilisierung in einer allergologisch spezialisierten Klinik.

Nahrungsmittelallergie Symptome

Als Nahrungsmittelallergie bzw. Lebensmittelallergie bezeichnet man das Auftreten von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfällen, Nesselsucht bis hin zum einem allergischen Schock, reproduzierbar nach Einnahme von bestimmten Nahrungsmitteln, ausgelöst durch einen immunologischen Mechanismus. Hiervon abzugrenzen ist die sog. Nahrungsmittelunverträglichkeit, wie bei Pseudoallergien. Die Symptomatik der Pseudoallergien kann der einer Nahrungsmittelallergie gleich oder ähnlich sein, es liegt jedoch keine allergische Ursache zugrunde. Ursachen können ein Enzymmangel, Bakterien, Giftstoffe und z.B. Mangelzustände sein. Bestimmte Allergene (einige Früchte und Gemüsearten) verursachen nur Symptome in Mund und Rachen, da ihre Allergenaktivität nach enzymatischer und säurebedingter Umwandlung zerstört ist.

Ein sehr wichtiges Allergen der Kindheit stellt die Kuhmilch dar. Es kann Symptome im Magen-Darm-Trakt, an den Atemwegen sowie an der Haut auslösen. Sie treten vor allem in der frühen Kindheit auf, im Erwachsenenalter sind sie äußerst selten. Wichtige Allergene befinden sich ebenfalls im Eiweiß, das Eigelb enthält nur einige wenige Allergene. Da die Allergene des Eiweißes zum Teil auch hitze- und säurestabil sind und auch enzymatisch nicht angegriffen werden können, können Sie sowohl auf rohe als auch auf gekochte Eier reagieren. Patienten mit Hühnereiweißallergie können gewöhnlich problemlos Hühnerfleisch essen, reagieren aber allergisch auf Impfstoffe, die aus hühnereiweißhaltigen Anteilen bestehen.

Fisch enthält sehr starke Allergene. Neben fischspezifischen Allergenen gibt es auch unspezifische Allergene, sodass etwa 50 % aller Patienten mit einer Fischallergie auch auf andere Fischspezies reagieren, während andere Patienten einige Fischspezies tolerieren.

Auch Fischallergene sind hitzestabil – Sie können also auf rohen aber auch auf gekochten Fisch allergisch reagieren. Bereits die Inhalation von Fischbestandteilen, z. B. in Form von Dampf beim Kochen, kann bei sehr empfindlichen Patienten Asthmaanfälle auslösen. Auch das Küssen einer Person, die gerade Fisch gegessen hat, kann in der Tat sehr gefährlich sein – sofern gegen den verzehrten Fisch eine Sensibilisierung (Allergie) vorliegt.

Getreidearten wie Weizen, Roggen, Gerste, Mais und Reis sind weltweit mit ca. 70 % der größte Teil der Nahrungsmittelproteine. Auch sie können gelegentlich allergische Reaktionen hervorrufen. Weitere wichtige Allergene sind Nüsse/Samen (Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln, Erdnüsse, Paranüsse, Sesam, Mohn, Sonnenblumenkerne), Gewürze (Kamille, Anis, Fenchel, Kümmel, Dill, Pfeffer, Koriander, Salbei, Pfefferminz, Basilikum, Liebstöckel, Zitronenmelisse) und Obst (Äpfel, Kirsche, Kiwi, Pfirsich), Gemüse (Sellerie, Karotten, Fenchel, Hülsenfrüchte, Soja, Paprika) sowie Schalentiere. Durch alkoholische Getränke kann es zu einer Verstärkung der Magen-Darm-Symptomatik aber auch der Haut- und Atemwegssymptomatik kommen.

Häufigkeit der Nahrungsmittelallergie

Insgesamt ist zu bemerken, dass die Häufigkeit einer Nahrungsmittelallergie sehr selten ist. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit sogar noch beträchtlich ab. Bestimmte Allergien, z. B. gegenüber Kuhmilch bilden sich meist im Laufe der frühen Kindheit, während Allergien gegenüber Obst erst in der Jugend und im Erwachsenenalter auftreten.

Die Kuhmilchallergie klingt mit zunehmendem Alter ab, auch Allergien gegenüber Sojabohnen und Eiern, während hingegen Sensibilisierungen auf andere Nahrungsmittel wie z. B. Nüsse, Schalentiere und Fisch meistens bestehen bleiben.

Diagnostik der Nahrungsmittelallergie

Die Diagnostik der Nahrungsmittelallergie gestaltet sich schwierig. Ziel ist es, einen Auslöser zu sichern, eine Pseudoallergie auszuschließen, sowie eine immunologische Sensibilisierung zu beweisen. Grundlage für die Diagnostik ist eine ausführliche Anamnese, die oftmals sehr schwierig und zeitaufwendig sein kann. Hierbei ist zu eruieren, welche Nahrungsmittel eingenommen wurden, welche Symptome auftraten, wie ausgeprägt die Symptome waren, wie groß der Zeitraum von Einnahme des Nahrungsmittels bis zum Auftreten der Symptome war und ob die Symptome reproduzierbar waren.

Hat man ein verdächtiges Allergen identifiziert, ist eine Eliminationsdiät durchzuführen. Dies bedeutet, dass das verdächtige Allergen gemieden wird. Sollte dies nicht zum gewünschten Erfolg führen, sind sogenannte Aufbau- oder Suchdiäten durchzuführen. Diese können gefolgt sein von oralen Provokationstests, bei welchen nicht allergische Mechanismen und Substanzen untersucht werden. Die Therapie einer Nahrungsmittelallergie besteht in der strikten Meidung des auslösenden Allergens, Hyposensibilisierungsbehandlungen zeigen hier nur sehr begrenzte Erfolge.

Nahrungsmittelallergien als Folge einer bestehenden Pollenallergie:

Zeigen Sie auf pflanzliche Nahrungsmittel (Obst, Gemüse) eine allergische Reaktion, so kann der Grund hierfür eine Pollenallergie sein. Es hat sich gezeigt, dass dieser Zusammenhang bei neun von zehn Patienten mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zutrifft. Wenn Sie an Heuschnupfen leiden, sollten Sie folgenden Nahrungsmitteln besondere Beachtung schenken:

Bei Allergie gegen Pollen von Birke, Erle, Hasel:

Apfel, Birne, Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Kirsche, Haselnuss, Paranuss, Walnuss, Erdnuss, Mandel, Sellerie, Karotte, Kiwi, Curry, Anis.

Bei Allergie gegen Pollen von Gräsern:

Soja (Bohne, Mehl, Milch), Getreidemehle, Erdnuss

Bei Allergie gegen Pollen von Kräutern (z. B. Beifuß):

Sellerie, Karotte, Kamille, Fenchel, Knoblauch, Kümmel, Petersilie, Sonnenblumenkerne, Curry, Paprika, Anis, Muskat, Zimt, Ingwer, Koriander, Pfeffer.

Was kann therapeutisch unternommen werden?

Die erste und effektivste therapeutische Maßnahme ist die Allergenkarenz, das heißt, besteht z. B. eine Allergie auf Haselnüsse, so dürfen diese nicht verzehrt werden. Eine Hyposensibilisierungsbehandlung wie sie z. B. bei Heuschnupfen durchgeführt werden kann ist bei Nahrungsmittelallergien nicht effektiv und sehr aufwendig. Es kann jedoch zu einer Besserung der Symptome nach Durchführung einer Hyposensibilisierungsbehandlung gegenüber Pollenallergenen (Kreuzallergie, s.o.) kommen. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Allergie-Medikamenten, wie Antihistaminika und Kortisonpräparaten. Sehr sinnvoll sind Umstimmungstherapien im Rahmen der Naturheilverfahren (siehe gesonderte Naturheilverfahrenmerkblätter).

Allergische Erkrankungen haben in den letzten Jahrzenten zugenommen. Doch nicht immer handelt es sich wirklich um eine Allergie. Von einer Allergie spricht man, wenn es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen aus der Umwelt handelt. Die allergische Reaktion kann in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Daher sollte die Diagnose von einem Facharzt gestellt werden.

Das Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) dient als Grundlage für weitere Untersuchungen. Hierbei wird eine eventuelle familiäre Veranlagung erfragt und erfasst, welche allergischen Symptome vorliegen und ob Allergien bereits in der Vergangenheit aufgetreten sind. Manchmal können bereits Schlüsse über eventuelle Allergieauslöser gezogen werden.
Sind weitere diagnostische Schritte nötig, sollte ein Allergietest erfolgen. Wir bieten in unserer Praxis in München zur Abklärung von Allergien eine breite Palette an modernen Untersuchungsverfahren an.

Verfahren

IgE und RAST

Laboruntersuchungen zur Bestimmung der auf Atopie (Allergie) hinweisenden gesamten und spezifischen IgE- (Allergie-)-Antikörper. Bei erhöhten Werten und positivem Haut-Prick-Test ist meist eine Indikation zur Behandlung gegeben.

Prick-Testung

Der Prick-Test, bei dem Allergenlösungen (z. B. Pollenextrakte) in die Haut eingestochen werden, zeigt Sensibilisierungen gegenüber verbreiteten Umweltallergenen, wie Pollen, Hausstaub, Tierhaar, Schimmelpilzen und Nahrungsmitteln an.

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Arzneimitteltestungen

Diese werden als Prick-, Intracutan- und als Provokationstestungen durchgeführt.

Insektengifttestungen

Erfolgen bei positiver Anamnese (ungewöhnliche Reaktion auf Insektenstich) mittels Allergie-Antikörper-Bestimmung (RAST) und Provokationstestung (Klinik).

Provokationstestungen

Wir führen nasale, konjunktivale und orale Provokationstestungen mit verdächtigen Allergenen durch.

Nahrungsmitteltestungen

Erfolgen durch Pricktestung, RAST-Bestimmungen und ggf. orale Testung bzw. Eliminations- und Additions-Diäten.

Epicutantestungen

Pflastertestungen zur Diagnostik von Kontaktallergien (z. B. gegen die häufigen Allergene Nickel oder Duftstoffe).