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Herpes Zoster

Wie entsteht ein Herpes zoster?

Der Herpes zoster ist eine Zweitinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (auch Varicella-Zoster-Virus geschrieben) aus der Gruppe der Herpesviren. Hierbei hat eine Erstinfektion in Form der Windpocken (Varizellen) stattgefunden. Durch eine Reaktivierung der Viren in den Nervenendigungen kommt es in dem von den Nerven versorgten Hautsegment zur Auslösung des Krankheitsbildes, das umgangssprachlich auch Gürtelrose genannt wird.

Wie erkennt man einen Herpes zoster?

Man sieht gruppiert stehende Bläschen auf gerötetem Grund. In der Regel beschränkt sich die Gürtelrose auf ein oder wenige benachbarte Hautsegmente, selten kann es zu einer Ausbreitung auf den ganzen Körper kommen. Meist liegt dann eine Immunschwäche vor (z.B. Krebserkrankung, HIV-Infektion).

Welche Organe können neben der Haut noch betroffen sein?

Eine Sonderform ist der Zoster ophthalmicus. Hierbei ist neben dem entsprechenden Hautsegment auch das Auge betroffen. Eine augenärztliche Mitbetreuung ist hier dringend notwendig. Bei weiteren Sonderformen kann es zur Beteiligung der Wangenschleimhaut, der Zunge, des Rachens sowie des Gehörganges kommen (Zoster oticus).

Was kann einen Herpes zoster auslösen?

Neben einem geschwächten Immunsystem kann es durch verschiedene traumatische Einwirkungen (z.B. durch heftige Erschütterung, Nervenverletzung, Röntgenbestrahlung, UV-Bestrahlung) zum Auftreten eines Herpes zoster kommen. Die meisten Erkrankungen finden zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr statt, selten ist ein Auftreten in der Jugend.

Herpes Zoster

Therapieziele und therapeutisches Vorgehen

Bei immunkompetenten Patienten ist das wichtigste Therapieziel die Behandlung der zosterassoziierten Schmerzen bzw. der sog. postzosterischen Neuralgie. Weiterhin müssen Komplikationen wie Augen- und Ohrbeteiligung mitbehandelt werden. Eine medikamentöse Behandlung mit antiviralen Substanzen ist oft zusätzlich indiziert. Zur Therapie stehen heute verschiedene gut wirksame antivirale Medikamente zur Verfügung. In Einzelfällen, bei besonders schwerem Verlauf, ist eine stationäre Therapie mit kontinuierlicher intravenöser Infusionstherapie mit Aciclovir und Schmerztherapie notwendig.
Eine weitere Therapiekomponente des Herpes zoster ist eine ausreichende Schmerztherapie. Lokaltherapeutische Maßnahmen werden unterstützend durchgeführt. Zu Beginn der Erkrankung werden austrocknende Präparate eingesetzt, so z.B. alkoholische oder wässrige Lösungen. Im Stadium der Verkrustung werden desinfizierende Cremes angewendet.

Wie verläuft ein Herpes zoster?

Gelegentlich kommt es vor Ausbruch der Hauterscheinungen zu einem Verlaufsstadium mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, bisweilen auch Magen- und Darmstörungen, vor allem aber plötzlich einschießenden Schmerzen im entsprechenden Nervensegment.

Die Nervenschmerzen werden häufig missdeutet und führen oft zu orthopädischen Behandlungen („Ischias“, „Neuralgie“). Innerhalb sehr kurzer Zeit kommt es auf der Haut zum Auftreten einer flächigen Rötung, auf der sich gruppiert wasserklare prall gespannte Bläschen zeigen. Nach zwei bis drei Tagen ist diese Phase abgeschlossen. Oftmals platzen die Bläschen auf oder verfärben sich gelblich. Nach ca. einer Woche ist die Rötung abgeklungen, die Bläschen eingetrocknet und es bilden sich bräunliche und gelbliche Krusten. Bei ausgeprägten Herpes-Zoster-Infektionen kann es nach Abheilung zu Hyperpigmentierungen oder Narbenbildungen im betroffenen Segment kommen. Dies ist jedoch eine sehr seltene Komplikation.
Häufiger sind die sogenannten postzosterischen Neuralgien (Nervenschmerzen), die gegen Ende bzw. nach Abheilung der akuten Krankheitszeichen auftreten. In der Jugend ist der Verlauf in der Regel unkompliziert, die Schwere der Erkrankung steigt mit dem Alter.

Seit 2019 ist der neue Totimpfstoff Shingrix® verfügbar. Die Schutzwirkung vor der Herpes-Zoster-Infektion und insbesondere vor der gefürchteten postzosterischen Neuralgie, einem heftigen chronischen Schmerzsyndrom nach Herpes Zoster, hat dazu geführt, dass die Impfung für alle Personen ab 60J. und für solche mit schweren Grunderkrankungen bereits ab 50J. empfohlen wird. Die Impfung wird von allen Kassen bezahlt.