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HPV-Infektion

HUMANE PAPILLOMVIRUS

Humane Pappillomviren (HPV, auch Humane-Papillom-Virus-Infektionen), von denen es mehr als 200 verschiedene Untertypen gibt, sind weltweit verbreitet und erfahren derzeit eine Zunahme ihrer Häufigkeit, ohne dass bisher spezielle Gründe hierfür gefunden werden konnten. Ca. die Hälfte aller HPV-Viren rufen gutartige Haut- und Schleimhautwarzen hervor. Nur selten ist eine maligne Entartung zu beobachten. In der Regel siegt das Immunsystem über die Erreger, bei manchen Menschen hält die Infektion jedoch länger an.

Eine weitere Gruppe von HPV-Viren dagegen findet sich gehäuft in Gewebe von speziellen Plattenepithelkarzinomen der Haut, dem Morbus Bowen (einer Hautkrebsvorstufe) und bei Gebärmutterhalskarzinomen. Diese Subtypen (16, 18, 32) werden als „high risk“-HPV bezeichnet. Wegen des hohen Risikos der Gebärmutterhalskrebs-Entstehung werden heute Mädchen vor der Geschlechtsreife gegen diese Subtypen geimpft.

HPV Viren
Die bekanntesten durch den HPV-Virus hervorgerufenen Hautveränderungen sind Dornwarzen, gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares) und plane Warzen. Diese Arten von Warzen treten gehäuft bei Kindern und Jugendlichen auf und sind völlig harmlos.

Neben den bereits erwähnten Warzenarten gibt es auch im Bereich der Schleimhäute und Übergangsschleimhäute warzenartige Veränderungen, so z.B. die spitzen Condylome (Condylomata acuminata, Feigwarzen) sowie isolierte Schleimhautwarzen der Mundschleimhaut, des Rachens und des Zahnfleisches.
Die Ansteckung erfolgt bei vielen HPV-Typen über ganz normalem Hautkontakt, wie es bei den weit verbreiteten Erregern von harmlosen Hautwarzen der Fall ist. Die Ansteckung mit den genitalen HPV-Typen, die mit Krebs in Verbindung gebracht werden, erfolgt meist über Geschlechtsverkehr. Der Gebrauch von Kondomen verringert die Infektionsgefahr. Nur sehr wenige HPV-infizierte Menschen entwickeln tatsächlich eine Krebsvorstufe oder Krebs.

In den letzten Jahren hat es eine dramatische Zunahme an HPV-induzierten bösartigen Tumoren im HNO-Bereich gegeben, zB Rachen- Tonsillen- oder Zungenkarzinome. Während früher diese Tumoren praktisch nur bei Rauchern oder Trinkern zu finden waren, treten diese heute am häufigsten bei Nichtrauchern und Nichttrinkern, bedingt durch high-risk-HPV-Viren (16,18,32), auf. Da die Prognose bei spätem Entdecken sehr schlecht ist und die Tumoren durch ihre versteckte Lage meist nicht einsehbar sind, wurden hochempfindliche Teste zur Aufdeckung der Tumorantigene bzw -Zellen entwickelt:

1. Prevocheck:

Mit diesem extrem sensitiven und spezifischen (99,8%) Test werden Antikörper gegen Tumormarker bestimmt, die von HPV 16 induzierten Tumorzellen (ano-genital oder im HNO-Bereich) abgegeben werden. Hierfür genügt 1 Tropfen Blut. Das Ergebnis ist in 15 Minuten erhältlich.

2. Oncoalert:

Dies ist ein neuer Test zur Bestimmung von HPV-induzierten Tumorzellen im Rachenspülwasser. Durch Beschichtung des Rachenspülwassers mit einem spezifische Antikörper können diese Zellen aufgespürt werden, bevor der Tumor sichtbar geworden ist.

3. HPV-Typisierung:

Um festzustellen, ob HPV-induzierte Haut- und Schleimhautveränderungen durch low-risk- oder high-risk-Viren ausgelöst wurden, wird eine Gewebeprobe entnommen und diese mittels HPV-Typisierung mittels PCR untersucht. Im Falle einer Infektion mit high-risk-HPV-Viren sind intensive Nachbehandlungen und engmaschige Kontrollen erforderlich.

HPV-Test

Mit dem HPV-Test lassen sich heute Infektionen mit Humanen Papillomaviren nachweisen. Hiermit kann man durch einen Schleimhautabstrich oder einer kleinen Gewebeprobe Hochrisikoviren ausmachen, die die Gefahr für bestimmte Krebsarten erhöhen. Turmorzellen können damit aber nicht erkannt werden, der Test zeigt nur die Viren an.

HPV Impfung

HPV-Infektionen sind im Vormarsch. Diese lösen Warzen aller Art aus, sind aber auch mitverantwortlich für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und Tumoren des Nasenrachenraumes. Daher ist seit einigen Jahren eine HPV-Impfung von jungen Mädchen vorgesehen. Da die Jungen als Überträger fungieren, werden diese in vielen Ländern ebenfalls geimpft. Aufgrund der neuen Studiendaten ist eine Impfung von Jungen und Mädchen im Alter von 9-14 Jahren zu empfehlen. Die Impfung wirkt nicht mehr, wenn bereits eine Infektion vorliegt.

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