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Lichen Sclerosus

Hierbei handelt es sich um eine relativ seltene, mit juckenden Knötchen und flächigen weißlichen Veränderungen einhergehenden Haut- und Schleimhauterkrankung vorwiegend des Genitalbereiches, die zu Schrumpfungen führt und zu bösartigen Hautveränderungen führen kann.

Vorkommen des Lichen Sclerosus

Frauen sind meist im 5. bis 6. Lebensjahrzehnt befallen, selten bereits im Kindesalter. Männer sind erst im mittleren bis späteren Erwachsenenalter befallen. Bei Frauen sind meistens die äußeren Genitalorgane, Damm und After betroffen, bei Männern Eichel und Vorhaut. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Ursache ist noch ungeklärt. Es wird eine autoimmunologische Genese vermutet, wobei hormonelle Faktoren eine Rolle spielen dürfte.

Die Erkrankung kann auch außerhalb des Genito-Analbereiches an den seitlichen Halspartien, der Schlüsselbeingegend, zwischen den Brüsten, an den Beugenseiten der Unterarme und den Schultern vorkommen. Die Hautveränderungen beginnen mit einzelnen rötlichen Knötchen, später finden sich kleinste bis etwa 0,5-5 mm große porzellanweiße, im Hautniveau oder ganz flach erhabene Herde, die zu größeren Arealen zusammentreten. Später entsteht eine feine pergamentartige Fältelung der Oberfläche. Selten kommt es auch zu blutgefüllten Blasen.

Juckreiz kann insbesondere im Genitalbereich auftreten. Im Genital- und Analbereich kommt es häufig in fortgeschritteneren Stadien zu einer narbigen Schrumpfung der Schleimhaut mit Verengung des Scheideneinganges, des Analtrichters und bei Männer der Vorhaut mit Verunmöglichung des Zurückstreifens. Die Schrumpfung kann die Erektion und evtl. sogar die Harnentleerung behindern.

Der Verlauf ist in der Regel chronisch, manchmal auch schubweise. Das Entstehen von spinozellulären Karzinomen („weißer Hautkrebs“) auf dem Boden eines Lichen sclerosus et atrophicus kommt vor.

Lichen Sclerosus

Therapie

Äußere antientzündliche Therapie mit hochpotenten Kortikoiden, auch als Injektionsbehandlung, oder mit Imiquimod oder Tacrolismus. Bei Schrumpfung der Vorhaut ist meist eine operative Behandlung (Zirkumzision, Beschneidung) erforderlich:

Die Selbstbehandlung umfasst eine Intimpflege mit milden Waschlotionen, möglichst die Benutzung eines Bidets nach dem Toilettenbesuch, ansonsten Reinigung mit feuchten Tüchern oder Waschlappen, anschließend Betupfen mit ölgetränkten Hygienetüchern. Bei Sport oder längeren Märschen Auftragen einer Feuchtigkeits- oder fetteren Creme. Es ist immer auf eine zusätzliche Besiedelung mit Candida-Pilzen zu achten, ggf. Abstrich und kulturelle Untersuchungen. In ausgeprägteren Fällen wird eine innerliche Therapie mit Acitretin (Vitamin-A-Säure-Abkömmling) oder PUVA-Bade-Therapie versuchsweise durchgeführt.