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Pathologische Muttermale

Weltweit ist in den letzten 20 Jahren eine dramatische Zunahme an Melanomen, dem schwarzen Hautkrebs, zu verzeichnen. Zahlreiche Hinweise sprechen dafür, dass diese Zunahme in erster Linie mit der vermehrten Sonnenexposition der Menschen zusammenhängt.
Auf der Haut jedes Menschen finden sich wenige oder viele, helle oder dunkle, erhabene oder flache Flecken oder Knötchen. Stehen diese nur aus dem Pigment Melanin, nennt man sie, wenn sie klein und dunkel sind Lentigines, wenn sie größer und hellbraun sind, Café-au-lait-Flecken. Die meisten dieser pigmentierten Gebilde sind allerdings sogenannte Naevuszellnaevi (umgangssprachlich Muttermale bzw. Leberflecken), die aus veränderten Melanozyten (Pigmentzellen) bestehen.
Je nach Lage dieser „Naevuszellen“ erscheinen die Muttermale heller oder dunkler, bei sehr tiefer Lage auch bläulich (sogenannte blaue Muttermale). Bis zum 21. Lebensjahr, wenn das Längen- und Breitenwachstum des Körpers abgeschlossen ist, können neue Muttermale entstehen und bestehende Muttermale mitwachsen. Nach diesem Alter auftretende oder sich verändernde Muttermale sind stets mit Vorsicht zu betrachten.

Zahlreiche Daten sprechen dafür, dass manche Muttermale, die als „dysplastische Naevi“ bezeichnet werden, eine statistisch erhöhte Wahrscheinlichkeit zeigen, sich zu bösartigen Melanomen umzuwandeln. Diese dysplastischen Muttermale können einzeln spontan auftreten, kommen aber öfter bei Familien gehäuft vor. Man spricht hier vom familären dysplastischen Naevussyndrom. Diese Menschen haben häufig mehrere hundert Muttermale, wovon etliche „dysplastisch“ sind. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit für ein Melanom ist gegenüber der Durchschnittsbevölkerung wesentlich erhöht.

Woran ist ein dysplastisches Muttermal zu erkennen?

Es gilt die „A B C D E-Regel“.

  • A steht für Asymmetrie. Gutartige Muttermale sind in etwa rund und symmetrisch. Irreguläre Konfigurationen sind verdächtig.
  • B steht für Begrenzung. Diese sollte scharf sein. Unscharfe Randausläufer in einem sonst scharf begrenzten Muttermal sind verdächtig.
  • C steht für engl. Color ( Farbe). Gutartige Muttermale enthalten in der Regel nur eine einheitli che Färbung. Mehrere Brauntöne, dunkelbraune oder schwärzliche Anteile in helleren Muttermalen und insbesondere weißliche oder rötliche Anteile sind verdächtig.
  • D steht für Durchmesser: Verdächtig sind Mut-termale, die größer als 6 mm sind. Bösartige Umwandlungen kommen allerdings auch schon bei kleineren Muttermalen vor.
  • E steht für Erhabenheit. Tastbare, erhabene Teile in sonst glatten Muttermalen sind, insbesondere wenn diese Anteile schwärzlich oder rötlich sind oder gar nässen oder bluten, verdächtig.

Melanom – frühe Diagnose ist wichtig

Oft fallen dysplastische Muttermale und Melanome durch ihre intensivere Färbung, ihre Größe oder ihre Form gegenüber anderen Muttermalen auf „ugly duck“/“hässliches Entlein“.
Dysplastische Muttermale und Melanome sind, wenn sie nicht an versteckten Stellen, wie am behaarten Kopf, unter Nägeln, im Genital-oder Analbereich auftreten, der direkten Beobachtung leicht zugängig und damit mehr als jeder andere Tumor sehr früh zu diagnostizieren.
Auf die frühe Diagnose kommt es aber bei diesem Tumor ganz besonders an, da er in Frühfällen eine Heilungsrate nach operativer Entfernung von nahezu 100% aufweist, die Prognose in späteren Stadien aber sehr schlecht ist.

Wenn bei einem Menschen ein oder mehrere Muttermale mit obigen Auffälligkeiten zu finden sind, dieser Mensch eventuell noch sehr zahlreiche Muttermale (über 100) hat, sind regelmäßige Kontrollen aller Muttermale erforderlich.

Computergestützte Auflichtmikroskopie und Melafind™

Besteht klinisch der Verdacht auf das Vorliegen von einem oder mehreren dysplastischen Muttermalen, werden diese mittels computergestützter Auflichtmikroskopie und digitaler videografischer Bildanalyse genauer untersucht, wobei bei 40-100facher Vergrößerung die Pigmentnetzstruktur und die Muttermalzellen genau zu erkennen und zu beurteilen sind.

Mit diesem Untersuchungsverfahren lässt sich mit 80 – 90 prozentiger Sicherheit beurteilen, ob ein Muttermal gut- oder bösartig ist. Erweist sich hier ein Muttermal als verdächtigt, führen wir zur weiteren Differenzierung das neue „SPEKTRALANALYTISCHE-DIAGNOSTIK-VERFAHREN MELAFIND ™“ durch. Mit 10 Wellenlängen werden die Muttermale in drei Ebenen bis zu 2,5 mm Tiefe analysiert und mit einer aufwendigen Software ausgewertet. Die Sensitivität (Empfindlichkeit) dieses Verfahren zur Aufdeckung von Frühmelanomen liegt bei unübertroffenen 98,3%.

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Pathologische Muttermale

Muttermal entfernen

Verdächtige Muttermale werden in der Regel in Lokalanästhesie operativ entfernt und in ein Pathologisches Labor zur histologischen (mikroskopischen) Gewebeuntersuchung geschickt. Bestätigt sich der Verdacht des Vorliegens einer oder mehrerer dysplastischer Muttermale in der histologischen Untersuchung, sind folgende Vorsichtmaßnahmen angezeigt:

  • Meiden Sie, soweit wie möglich, intensive Besonnungen. Insbesondere Sonnenbrände müssen vermieden werden.
  • Halbjährliche Kontrollen sämtlicher Muttermale durch den Hautarzt sind empfehlenswert.
  • Zwischen den Untersuchungen sollten Sie einmal monatlich Ihre Muttermale selbst anschauen und nach der ABCDE-Regel überprüfen.
  • Verdächtige Muttermale werden digital abgespeichert, um Veränderungen erfassen zu können.
  • Sollte sich ein Muttermal zwischen den Untersuchungen verändern, lassen Sie dieses fachmännisch untersuchen.
  • Während der Schwangerschaft werden Muttermale häufig dunkler. Auf der anderen Seite kommen während dieser hormonellen Umstellungsphasen vermehrt bösartige Umwandlungen von Muttermalen vor. Hier ist somit eine besonders sorgfältige und häufige Kontrolle erforderlich.
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Die elektrische Impedanz-Spektroskopie EIS/Nevisense

Dieses Verfahren wurde in 20jähriger Forschungsarbeit am renommierten Karolinski-Institut in Schweden entwickelt. Von 1998 bis 2010 wurden die für das Verfahren notwendigen Algorythmen europaweit an 20 Kliniken an ca. 2800 Patienten entwickelt und von 2010 bis 2012 an weiteren 1900 Patienten optimiert. Das Verfahren beruht auf unterschiedlichen elektrischen Eigenschaften, nämlich Leit- und Speicherfähigkeit von gesunden und bösartig veränderten Zellen. Ein vom Gerät ausgesendeter elektrischer Impuls wird an den Zellen reflektiert und die elektrische Impedanz der Zellen gemessen. Funktionsweise Je nach gesundheitlichem Zustand weist das Hautgewebe unterschiedliche elektrische Eigenschaften auf. Daher kann eine Erkrankung, z. B. ein malignes Melanom, mit Hilfe der einzigartigen EIS-Methode von Nevisense erkannt werden.

Funktionsweise

Je nach gesundheitlichem Zustand weist das Hautgewebe unterschiedliche elektrische Eigenschaften auf. Daher kann eine Erkrankung, z. B. ein malignes Melanom, mit Hilfe der einzigartigen EIS-Methode von Nevisense erkannt werden

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EIS misst den Gesamtwiderstand im Gewebe bei Wechselströmen unterschiedlicher Frequenzen. Dabei wird zwischen zwei Elektroden an der Sondenspitze ein nicht wahrnehmbares wechselndes Potenzial angelegt. Um das Muttermal sowohl in der Breite als auch in der Tiefe abzudecken, wird die Messung in 10 Permutationen vorgenommen. Dabei erfolgen sowohl flache Messungen zwischen benachbarten Elektroden als auch tiefere Messungen zwischen weiter voneinander entfernten Elektroden.

EIS - Pathologische Muttermale
Zur Messung verschiedener Zelleigenschaften werden verschiedene Frequenzen eingesetzt. Im Allgemeinen werden EIS-Messungen bei niedrigen Frequenzen von der extrazellulären Umgebung beeinflusst, Messungen bei höheren Frequenzen hingegen von der intra- und extrazellulären Umgebung. Die von Nevisense eingesetzten Frequenzen (1 kHz – 2,5 MHz) beziehen sich auf die klinisch relevanten Eigenschaften, wie die Zusammensetzung der intra- und extrazellulären Umgebung, die Zellform und -größe sowie die Zusammensetzung der Zellmembran – allesamt Kriterien, die von Histopathologen für die Diagnose von Hautkrebs herangezogen werden.

In Sekundenschnelle wird die Läsion mit Hilfe des ausgeklügelten Algorithmus an Hand der Messdaten von der Läsion und einer Referenzstelle klassifiziert. Die Pivotstudie – die größte klinische Studie dieser Art weltweit – hat belegt, dass dieser Klassifikator, der in mehreren Iterationen mit Daten aus mehreren klinischen Studien entwickelt wurde, die Genauigkeit bei der Melanomerkennung erhöht.

Pro Messung wird an 225 Messpunkten in unterschiedlichen Tiefen gemessen.

Die Veränderungen werden dann von einem Computerprogramm mit einer Datenbank verglichen und bewertet. Die Sensitivität, d. h. Empfindlichkeit beträgt 97 % (!).
Die Spezifität, d. h. die Genauigkeit bezüglich falsch positiver Ergebnisse beträgt ca. 30 %. Das bedeutet dass 3 gesunde Hauttumoren entfernt werden müssen, um ein Frühmelanom aufzudecken. Dies ist ein im Vergleich zu anderen apparativen Verfahren ein sehr hoher Wert. Die Untersuchung ist schmerzlos. Es wird eine stempelförmige Elektrode pro Muttermal 2 x auf die Haut gedrückt. Auf dem Bildschirm wird sofort das Messergebnis auf einer Skala angezeigt, die den Grad der Atypie anzeigt. Wir setzen das Nevisense-Verfahren dann ein, wenn in der routinemäßig durchgeführten videoauflichtmikroskopischen Untersuchung der Muttermale im Rahmen des Hautkrebs-Screenings auffällige Muttermalbefunde festgestellt werden. Es ist dann eine zuverlässige Entscheidung darüber möglich, ob das untersuchte Muttermal entfernt werden muss oder nicht.

Die Kosten der Behandlung liegen zwischen 90,- und 130,- EUR. Die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel. Für gesetzlich Versicherte wird das Verfahren als Selbstzahlerleistung angeboten.

Aktuelle Informationen zur Corona-Krise

Achtung liebe Patienten,

wir möchten Sie darüber informieren, daß wir auch während der Ausgangsbeschränkung die Praxis weiter geöffnet haben. Arztbesuche sind ausdrücklich von der Beschränkung ausgenommen. Wir bestätigen Ihnen gern Ihren Termin per SMS für etwaige Polizeikontrollen.
Wir sorgen in der Praxis für Ihren maximalen Schutz:
• Alle Patienten werden EINZELN sofort in die Behandlungsräume gesetzt, nicht ins Wartezimmer
• Wir tragen alle FFP3-Schutzmasken und Handschuhe

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern unter 089 299657 zur Verfügung.