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Pilzinfektionen

Die für Menschen pathogenen Pilze werden in 3 Gruppen eingeteilt:

  • Fadenpilze
  • Schimmelpilze
  • Hefepilze

Pilze können auf verschiedene Weise Krankheitserscheinungen verursachen:

  • Durch Infektionen (Haut, Nägel, Schleimhäute, Haare, innere Organe)
  • Durch Vergiftung (Giftpilze, verschimmelte Nahrungsmittel)
  • Durch Allergien (Atemwegsallergien durch Inhalation von Pilzsporen).
Hautpilzinfektionen werden von Mensch zu Mensch oder von Tieren (Hunde, Katzen, Nagetiere, Vögel, Pferd u.a.) auf Menschen übertragen. Pilzinfektionen gehen insbesondere in warm-feuchten Arealen (Zehenzwischenräumen, Leisten, Genitoanalbereich) an. Sie können aber an jeder Stelle der Haut auftreten.

Infektion mit Fußpilz

Besonders häufig ist die Fußpilzinfektion (Athlete´s foot). Ca. 10-20 % der Bevölkerung sind mit Fußpilz infiziert. Begünstigt wird die Infektion durch luftundurchlässige Schuhe (Turnschuhe, Gummistiefel, feste Winterschuhe). Die Übertragung findet überwiegend in Schwimmbädern, Umkleidekabinen, Hotelzimmern, Bädern usw. statt.

Die Fußpilzinfektion beginnt in der Regel zwischen den Zehen mit aufgeweichten, schuppenden, teilweise eingerissenen Stellen, die sich auf die Zehen und die Fußsohle ausbreiten können. Die Pilzinfektion kann durch Hautkontakt auf die Leisten und die Hände übertragen werden. Die Symptome einer Pilzerkrankung der Fußsohlen sind meist eine verstärkte Verhornung und weißlich-gelbliche Schuppung. Bei längerem Befall greift die Pilzinfektion häufig auf die Zehennägel über mit der Folge einer Nagelpilzinfektion.

Infektion mit Handpilz

Diese ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte, juckende Rötungen mit Schuppung, teilweise Bläschenbildung unter Einbeziehung der Fingernägel analog der Fußnägel mit Verfärbung und Verdickung der Fingernägel. Pilzinfektionen können auch die behaarten Areale (Kopf, Bart) mit Ausbildung von stark schuppenden, geröteten, teilweise mit eitrigen Pusteln durchsetzten Arealen befallen.

Sonderformen sind hier die Mikrosporie (Infektion durch Mikrosporenarten über Hunde und Katzen) mit charakteristischem Abbrechen der Haare und der Favus (Erbgrind) mit zahlreichen schildförmigen Schuppenkrusten am behaarten Kopf und vernarbendem Haarausfall. Beide Formen sind ausgesprochen ansteckend.

Schimmelpilzinfektionen betreffen überwiegend die Nägel. Hefepilzinfektion können Schleimhäute (Magen-Darm-Trakt, Mundhöhle, Genitalbereich) und Haut befallen. Die Erreger sind in erster Linie Candida albicans und Pityrosporum ovale (Braune oder weiße Flecken am Oberkörper).

Diagnostik von Pilzinfektionen

Jede verdächtige Veränderung an Haut (Rötung, Schuppung, Pustelbildung) erfordert eine eingehende mikroskopische und kulturelle Untersuchung von Hautmaterialien. Die Kulturen dauern in der Regel mindestens 14 Tage und erlauben eine genaue Diagnostik zur zugrundeliegenden Pilzinfektion.

Therapie

Heute stehen hochwirksame lokale Antipilzpräparate in Creme, Pasten, Puder, Lotion und Gelzubereitung zur Verfügung. In der Regel müssen die Präparate 2-4 Wochen lang 2x täglich aufgetragen werden. Unterstützt werden kann die Therapie durch pilzabtötende Bäder, die einmal täglich durchgeführt werden sollten (14 Tage).

Ausgeprägtere Haut- und Schleimhautpilzinfektionen müssen innerlich mit Tabletten behandelt werden. Die Tabletten müssen bei Hautinfektionen 2-3 Wochen lang eingenommen werden. Obwohl die Präparate gut verträglich sind, sind bei Langzeitanwendungen regelmäßige Blutkontrollen erforderlich.

Prophylaxe

Da die häufigsten Pilzinfektionen in Schwimmbädern, Umkleidekabinen (Fitneßstudio), Hotelzimmern und Bädern vorkommen, tragen Sie dort immer Ihre eigenen Badeschlappen.

Trocknen Sie sich nach dem Baden und Duschen die Füße gründlich ab, auch zwischen den Zehen. Das Abtrocknen nützt mehr als die Sprühdesinfektoren. Halten Sie Ihre Füße stets trocken (täglicher Sockenwechsel, leichtes Schuhwerk, Fußpuder zwischen den Zehen). Bei stark schwitzenden Füßen laufen Sie häufig barfuß und verwenden Sie schweißhemmende Präparate (Fußpuder, medikamentöse Schweißhemmer). Bei extremer Schwitzneigung gibt es stark wirksame äußerlich und innerlich anzuwendende Medikamente und die Injektion mit Neuroblockern.

Günstig gegen eine leichte allgemeine Schwitzneigung wirken Salbeipräparate und Salbeitees. In ausgeprägteren Fällen sind allgemein schweißhemmende Medikamente (Anticholinergika) oder Injektionsbehandlungen mit Botulinumtoxin erforderlich. Jede länger bestehende Veränderung an der Haut (Rötung, Schuppung) und an den Nägeln (Verfärbung, Verdickung) sollte Sie zum Hautarzt führen. Je eher behandelt wird, desto schneller der Erfolg.

Nagelpilzinfektionen

Etwa 15-20% der Bevölkerung leiden hierzulande an einer Nagelpilzinfektion, bei den über 65Jährigen ist es jeder Zweite. Auch Kinder stecken sich zunehmend bei Sport- und Freizeitaktivitäten an. Da die Pilzerreger im warm-feuchten Milieu gedeihen, sind sie vor allem in Schwimmbädern, Saunen, Umkleidekabinen und Gemeinschaftsduschenaufzufinden. Aber auch in Hotelteppichen oder in Badvorlegern lauern die Pilze. Besonders gefährdet sind Menschen mit Durchblutungsstörungen (Diabetes, arterielle oder venöse Durchblutungsstörungen), Immundefekten (Alter!) und Sportler (Hautverletzungen). Die häufigsten Erreger sind Dermatophyten (Fadenpilze(Trichophyton) (>80%), am zweithäufigsten Schimmelpilze (Scopulariopsis brevicaulis), gefolgt von Hefepilzen (Candida).
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Typisch ist eine gelbliche, weißliche oder bräunliche Verfärbung und/oder Verdickung oder krümelige Auftreibung der Nägel. Allerdings können derartige Veränderungen auch durch Bakterieninfektionen oder durch Verletzungen mit Beschädigung der Nagelwachstumszone entstehen. Bei Verdacht auf eine infektiöse Ursache werden, Nagelproben mit einer Diamantfräse entnommen und diese mittels bakterieller und Pilzkultur untersucht.
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Zusätzlich wird in der Regel ein kleines Stück vom Nagel zur histologischen Untersuchung (Gewebeuntersuchung mit Spezialfärbungen) eingeschickt. Wenn sich die Nagelpilzinfektion bestätigt, ist folgendes zu tun:
  • Pilzinfektionen beginnen meistens vom freien Rand des Nagels aus. In der Regel ist die ganze Nagelplatte durchsetzt mit Pilzen und es finden sich zahlreiche Pilze unter dem Nagel in der Nagelwachstumszone. Als Starttherapie werden die erkrankten Nagelanteile mit einem hochkonzentrierten Harnstoffgel (Onyster, Mykospor-, Canesten Nagelset) abgeweicht. Dieses wird einmal täglich dick auf die erkrankten Nägel aufgetragen und mit einem Spezialpflaster abgeklebt. Nach 24 Stunden wird das Pflaster abgenommen, eine 15minütiges warmes Fußbad genommen und anschließend die aufgeweichten Nagelanteile mit dem Schaber abgeschabt. Diese Prozedur wird 1-2 Wochen lang täglich wiederholt. Die Behandlung kann wesentlich beschleunigt werden, wenn regelmäßig alle 4 Wochen die kranken Nagelanteile mit einer hochtourigen Diamantfräse entfernt werden. Das Fräsen wird in unserer Kosmetikabteilung durchgeführt.
  • Zur Selbstbehandlung wird ein pilzabtötenden Nagellack verordnet, der, je nach Lack, alle 1 (Nagel Batrafen, Ciclopoli) bis 3 (Loceryl) Tage auf die erkrankten Nägel aufgetragen werden sollen. Zuvor müssen die Nägel mit den in der Packung beigelegten Sandpapierfeilen gut aufgerauht werden, damit der Nagellack besser eindringen kann.
Pilzinfektionen
Immer, wenn mehr als 50 % der Nagelfläche befallen sind, sind größere Anteile der Nagelwachstumszone mitbefallen, die von außen über den Nagellack nicht erreicht werden. In diesen Fällen ist es erforderlich, die pilzabtötenden Substanzen über den Blutweg an die Nagelwachstumszone heranzubringen. Es wird daher ein pilzabtötendes Medikament zur oralen Einnahme verordnet.
  • Die neuen von uns verordneten Medikamente (Mykonormin, Lamisil, Sempera, Itracol Hexal u.a.), sind sehr gut verträglich und sehr nebenwirkungsarm. In der Regel wird in den ersten 2-4 Wochen eine Tablette während der Hauptmahlzeit eingenommen (Mykonormin, Lamisil). Danach wird über ein halbes Jahr lang eine Tablette pro Woche eingenommen. Bei einigen Präparaten, insbesondere wenn diese auch gegen Hefepilze gerichtet sind (Sempera, Itracol), wird ein anderes Dosierungsschema angewendet, nämlich eine Woche lang morgens und abends jeweils 2 und dann 3 Wochen Pause, dieses Schema insgesamt über 3 Monate. Nach 3 Monaten wird die Tablettendosis auf die Hälfte reduziert und mit dieser niedrigen Dosis noch einmal 3 Monate weiterbehandelt.
  • Wegen der erforderlichen Langzeitbehandlung wird sicherheitshalber alle 4 Wochen eine Blutuntersuchung durchgeführt, um bei Ansteigen bestimmter Blutwerte die Dosis anpassen zu können.
  • Alle 4 Wochen wird ein Doppeltermin mit Ihnen vereinbart: Nagel fräsen in der Kosmetikabteilung, Kontrolltermin beim Arzt mit Blutabnahme. Die Behandlung ist in der Regel nach 3 bis 6 Monaten abgeschlossen. Bei älteren Menschen mit starkem Befall kann sie aber auch 1 Jahr dauern.
Ein neues Verfahren ist die Behandlung mit dem langgepulsten Neodym:YAG-Laser Mydon. Die Behandlung wird in 3 Durchgängen 4mal im Abstand von einer Woche durchgeführt. Die Abheilungsraten liegen bei ca. 90%. Die privaten Krankenkassen erstatten die Behandlungin der Regel. Für Selbstzahler kostet die Behandlung 150 €/Sitzung. Als Alternative gibt es den neuen Diodenlaser LEDA. Die Behandlung ist bei gleicher Effektivität noch schneller und dazu noch schmerzärmer. Allerdings muss hier über einen längeren Zeitraum (3-4 Monate) 1x/Monat behandelt werden.
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Was Sie unterstützend selbst tun können:

  • Pilzinfektionen gehen nur auf feuchter Haut an. Halten Sie daher Ihre Füße trocken (gut abtrocknen nach Schwimmbad- oder Saunabesuch, auch zwischen den Zehen!, (evtl. Puder in den Zehenzwischenräumen anwenden).
  • Tragen Sie in öffentlichen Schwimmbädern und Saunen immer Badeschlappen!
  • Wechseln Sie die Socken täglich. Die Pilze werden bei einer 60-Grad-Wäsche abgetötet. Zusätzlich können Sie noch Canesten-Wäschespülung verwenden.
  • Sollte sich zusätzlich eine Fußpilzinfektion finden (Juckreiz, Rötung, Nässen, Schuppenbildung zwischen den Zehen, Rötung und Schuppung an der Fußsohle) dann wird diese mitbehandelt.