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Rosacea

Rosacea (Couperose)

Die Rosacea ist eine häufige (ca. fünf Mio. Betroffene in Deutschland), typische Erkrankung talgdrüsenreicher Hautregionen im mittleren Gesicht, die außerordentlich chronisch verlaufen und unbehandelt schwere, entstellende Verläufe annehmen kann. Sie kommt vor allem in der zweiten Lebenshälfte vor, befällt beide Geschlechter gleich häufig, verläuft bei Männern aber meist schwerer. Die Ursache ist unklar, offenbar ist der initiale Mechanismus eine gestörte Blutgefäßregulation im Gesicht mit nachfolgender Ausbildung von Talgdrüsenentzündungen. Kaffee-, Tee- und insbesondere Alkoholkonsum, scharfe Gewürze, Wärme- und Kälteexposition, lange Sonnenbäder und Stress können die Krankheit provozieren und verschlechtern. Häufig bestehen begleitende Magen-Darm-Störungen, auch ein Befall mit dem Hefepilz Candida albicans oder dem Bakterium Helicobacter wird als Mitauslöser diskutiert.

Folgende Merkmale sind für die einzelnen Stadien typisch:

1. Stadium

Teleangiektasien (erweiterte Äderchen) Flächige Rötungen an den Wangen und der Nasenhaut, die insbesondere bei Temperaturwechsel und bei Alkoholkonsum auffallen. Eine anfallsweise auftretende Gesichtrötung wird als Flush bezeichnet.

2. Stadium

Zusätzlich Knötchen und Pusteln bis hin zu entzündlichen Platten (eitrige Entzündung). Betroffen sind in der Regel die mittleren und seitlichen Gesichtspartien.

3. Stadium

Wucherungen von Talgdrüsen mit Vergröberung des Hautreliefs bis hin zum Rhinophym (Knollennase), vor allem bei Männern.

Begleitend können Augenerkrankungen (Lidrand-, Bindehaut- und Hornhautentzündung, selten auch Regenbogenhautentzündung) auftreten.
Die Augensymptome treten bei ca. 50% der Rosaceapatienten auf. Sie können in 20% der Fälle den Hautveränderungen auch vorausgehen.

Therapie

Eine frühzeitige, konsequente Behandlung mit den heutigen Möglichkeiten ist in aller Regel erfolgreich.

  • Im ersten Stadium kann eine IPL- oder Lasertherapie (mehrmals im Abstand von 4 Wochen) die erweiterten Äderchen und die Mehrdurchblutung der Haut vermindern oder beseitigen. Zusätzlich muss eine konsequente Gesichtspflege durchgeführt werden. Eine starke permanente Gesichtsrötung oder eine anfallsweise Rötung (Flush) kann seit neuesten mit dem alpha-Blocker Brivomidin (Mirvaso-Creme) effektiv behandelt werden. Sie führt zu einer kompletten Abblassung für 12 Stunden.
  • Im zweiten Stadium wird zusätzlich eine innerliche und äußerliche antientzündliche Therapie durchgeführt. Metronidazol ist das Mittel der Wahl, das in fettarmen Cremes aufgetragen wird. Bei stark entzündlichen Verlauf kann zusätzlich eine Pimecrolimus-haltige Creme (Elidel) gegeben werden.

Eine weitere therapeutische Option ist Azelainsäure (Skinoren Creme). Zur Beschleunigung der Abheilung von stark entzündlichen und eitrigen Hautveränderungen können zusätzlich feuchte Umschläge mit Tee´s (Grüntee, Schwarztee) durchgeführt werden (eine 1/2 Stunde pro Tag). Bei ausgeprägten Entzündungen ist zusätzlich die innerliche Gabe von Doxycyclin oder Minocyclin über 4-8 Wochen erforderlich. Die innerliche Gabe dieser Antibiotika ist auch die Therapie der Wahl bei Augenbeteiligung. Neu ist die Gabe eines mikroverkapselten Doxycyclinpräparates (Orayzea), das nur noch 20% der bisher üblichen Substanzdosis enthält bei gleicher Wirksamkeit. Hier wird nur noch die anti-entzündliche Wirkung des Doxycyclins genutzt, die antibiotische Wirkung (mit den entsprechenden Nebenwirkungen) kommt nicht zum Tragen. Bei sehr schweren Verläufen, die mit den vorgenannten Medikamenten nicht beherrschbar sind, wird innerlich Vitamin-A-Säure (Isotretinoin, z.B. Aknenormin, Isotret Hexal o.a., früher Roaccutan) eingesetzt. Da diese Behandlung relativ eingreifend ist und ständige Blutkontrollen erfordert, wird die Anwendung auf schwere Fälle beschränkt:

  • Bei therapierestistenten Fällen ist auch an das Vorliegen einer Infektion mit der Haarbalgmilbe Demodex follicurorum zu denken. Diese finden sich in 20-30% der Rosazeafälle. Die Diagnose erfolgt durch Auflichtmikroskopie oder durch Gewebeuntersuchung (Histologie). Die Behandlung erfolgt mit speziellen Milbenmitteln (z.B. Permethrin, Crotamiton))
  • Im dritten Stadium sind oft zusätzlich chirurgische Maßnahmen zur Abtragung der gewucherten Talgdrüsen erforderlich (Erbium-YAG- und CO2-Lasertherapie, Dermabrasion, Abtragung mit dem Skalpell).
  • Eine begleitende Hefepilzinfektion des Magen-Darm-Traktes muss diätetisch und medikamentös mitbehandelt werden.

Wichtig ist eine gute, der spezifischen Hautsituation der Rosacea angepasste Hautpflege, am besten nach Erhebung des Hautstatus mittels einer apparativen Hautanalyse.

Ein neues, hochwirksames Medikament zur äußeren Anwendung stellt Ivermectin 10% in einer Cremegrundlage (Soolantra®) dar. Bei nur einmaliger Anwendung ist es derzeit das stärkst wirksame lokale Präparat.

Zu einer guten Rosacea-Pflege gehört:

  • eine sanfte, nicht auslaugende Reinigung ebenso wie eine Feuchtigkeitspflege mit geringem Anteil an physiologischen Fetten und Zusatz von beruhigenden Substanzen.
  • Produkte, die Alkohol, Duftstoffe, Menthol oder Eukalyptusöl enthalten, sollten gemieden werden.
  • Sonnenlicht- und Alkoholkonsum sollten stark eingeschränkt werden (Lichtschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor).
  • Begleitend hat sich eine regelmäßigekosmetische Gesichtsbehandlung mit der nach ihren Erfinder benannten Sobye-Massage (manuelle Lymphdrainage) oder die innovative JetPeel– Behandlung, bewährt.