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Daylight PDT

Mechanismus

Bei der konventionellen PDT (Photodynamischen Therapie) mit starken Rot-Strahlern werden die betreffenden Areale nach einer Einwirkungszeit der ALA-haltigen Creme für 3 Stunden mit einem energiereichen roten Infrarot- oder LED-Licht bestrahlt. Die Behandlung ist zwar sehr effektiv, wegen der Aufnahme der ALA auch in Nervenendigungen aber auch schmerzhaft.


Dieser Nachteil hat zur Entwicklung der Tageslicht-PDT geführt, die bei gleicher Effektivität keine Schmerzen verursacht. Es wird dabei der Rotanteil des Sonnenlichtes genutzt und die Bestrahlung wird gleich nach dem Auftragen begonnen, so daß die ALA-Substanz gleich nach dem Eindringen in die Zelle durch das Sonnenlicht „verbraucht“ wird, ehe sie in die Nervenendigungen gelangen kann.


Diese spezielle Lichttherapieform, wird zur Behandlung von oberflächlichen Tumoren wie aktinischen Keratosen (Vorstufen des weissen Hautkrebses), Morbus Bowen oder oberflächlichen Basalzellkarzinomen eingesetzt. Dabei wird eine lichtsensibilisierende Substanz (z.B. Metvix) auf das Tumorgewebe aufgetragen. Im Vergleich zu normaler Haut reichert sich diese Substanz in den Tumorzellen 10-fach höher an. Nach der Einwirkungszeit werden die betroffenen Hautareale für ca. 120 Minuten dem Tageslicht (Daylight) ausgesetzt. Durch das Tageslicht wird die lichtsensibilisierende Substanz aktiviert und es kommt zu einer gezielten Zerstörung der Tumorzellen. Der Vorteil der schonenden Tageslicht-PDT besteht in den schönen ästhetischen Resultaten und der Möglichkeit der wiederholten Durchführung, ohne dass das gesunde Gewebe geschädigt wird.

Voraussetzungen:

  • Es muss eine Außentemperatur von >10°C erreicht werden
  • Es muß eine Lichtstärke von > 200.000 Lux erreicht werden (März bis Oktober)

Die Behandlung läuft wie folgt ab:

  • 1. Patient trägt morgens Lichtschutzmittel mit LSF >50 (Actinica) dick auf die zu behandelnden Areale auf (Schutz vor UV-Schädigung)
  • 2. In der Praxis werden die rauen aktinischen Keratosen abgekratzt oder glatt gelasert
  • 3. Die ALA-Creme (Metvix) wird dick aufgetragen
  • 4. Innerhalb von 30 Minuten begibt sich der Patient ins Freie und setzt sich in die Sonne oder in den Schatten (der Himmel muss gesehen werden, also an den Rand einer Markise oder einer Baumkrone)
  • 5. Nach 2 stündiger Bestrahlung begibt sich der Patient wieder in die Praxis. Dort werden die Cremereste mit warmem Wasser abgewaschen
  • 6. Photodynamische Diagnostik in der Dunkelkammer zur Kontrolle, ob Bestrahlung ausreichend war
  • 7. Auftragen von Lichtschutzmittel (Actinica)
  • 8. 48 Std Sonne meiden. Draußen nur mit Kopfbedeckung herumlaufen.
  • 9. Nach 4 Wochen Kontrolle und Entscheidung, ob 2.Sitzung erforderlich ist.
Daylight PDT
Daylight PDT

Kombinationen:

Zur Wirkungsverstärkung kann die zu behandelnde Fläche vor Auftragen der Metvix-Creme mit einem fraktionalen CO2-Laser vorbehandelt werden, mit dem kleine Löcher in die Hornschicht „geschossen“ werden, durch die die ALA-Substanz tiefer in die Haut eindringen kann.

Bei stark verhornten Aktinischen Keratosen werden diese unmittelbar vor der Daylight-PDT in Lokalanästhesie abgetragen und dann zur histologischen Untersuchung eingesandt.

Nebenwirkungen:

Als Zeichen der erfolgreichen Abstoßung der lichtgeschädigten Zellen kommt es am 2. Und 3. Tag zu einer sonnenbrandähnlichen Reaktion mit Rötung, Schwellung, Schuppung und evt. Verkrustung, die nach wenigen Tagen abheilt. Die Reaktion kann durch 3tägige Gabe von Cortison und eine JetPeel-Behandlung am 3. Oder 4. Tag wesentlich abgemildert und verkürzt werden ohne Wirkungsverlust.