Besenreiser sind kleine rötliche oder bläuliche Blutgefäßerweiterungen an den Beinen, die sich wie ein Kehrbesen aus Reisig unter der Hautoberfläche ausbreiten. Sie stellen kleinste Venenerweiterungen dar, die bei geringem Durchmesser rötlich und bei größerem Durchmesser bläulich durch die Haut scheinen. Besenreiser entstehen aus genetischer Disposition bei Venenwandschwäche und können Teilsymptom einer allgemeinen Bindegewebsschwäche sein, sind aber auch häufiger Ausdruck einer beginnenden Venenabflussstörung durch Klappenundichtigkeit oder Venenverschluss (chronische venöse Insuffizienz). Sie können somit erste Anzeichen einer schwerwiegenderen Venenerkrankung sein. Besenreiser werden meist von einer tiefliegenden „Nährvene“ (feeder vein) gespeist.
Fälschlicherweise werden Besenreiser häufig als „geplatzte Äderchen“ bezeichnet, diese sind jedoch lediglich erweitert und nicht geplatzt. Außer der genetischen Disposition gibt es begünstigende Faktoren, wie langes Stehen und Sitzen, Übergewicht, Bewegungsmangel, starke Wärmeeinwirkung (Sauna, Sonne) und Schwangerschaft. Fast die Hälfte der Frauen und jeder 6. Mann sind betroffen. In erster Linie stellen Besenreiser ein ästhetisches Problem dar, solange die größeren Venen nicht mitbetroffen sind. Die Besenreiservarizen können der Vorbote für weitere Formen von Krampfadern (auch Varikose, Varizen genannt) sein. Sie sind von der Couperose zu unterscheiden, bei der blau-rote Äderchen im Gesicht vorkommen.
Welche Untersuchungen müssen vor einer Behandlung durchgeführt werden?
Da ein gewisser Prozentsatz der Fälle Hinweis auf ein bestehendes ernsteres Venenleiden ist, ist es auf jeden Fall sinnvoll, das tiefe Venensystem vor einer Behandlung abzuklären.
Sollte hier eine relevante Klappenundichtigkeit oder ein Venenverschluss (z. B. nach Thrombose) aufgedeckt werden, sind diese zuerst zu behandeln.
Besenreiser entfernen – welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Sklerosierungsbehandlung
Das Veröden der Besenreiser ist kaum schmerzhaft, da es mit sehr feinen Kanülen durchgeführt wird. Nach der Einspritzung wird in der Regel ein Klebeverband für 1-3 Tage aufgelegt. Dies ist zwar nicht obligatorisch, verbessert aber die Ergebnisse. An Nebenwirkungen können vorübergehend Entzündungen, Hämatome (Blutergüsse), bräunliche Verfärbungen (insbesondere bei dunkelhäutigeren Menschen), selten Unverträglichkeitsreaktionen wie Allergien, eine Neubildung von bläulichen Blutgefäßen („Matting“) und selten bei Überdosierung ein kleines Hautgeschwür entstehen. Das Matting und die bräunlichen Pigmentierungen (postinflammatorische Hyperpigmentierungen) sind hierbei die ärgerlichsten Folgewirkungen, da sie das kosmetische Ergebnis verschlechtern können. Therapeutisch sind hier allerdings gute Erfolge mittels Laserbehandlung zu erzielen. Nicht verödet werden dürfen schwangere und stillende Frauen, bettlägerige Patienten, Patienten mit akuter Venenthrombose und mit bekannter Allergie auf das Verödungsmittel. Ebenso dürfen im Verödungsbereich keine Hauterkrankungen oder Infektionen bestehen. Nach der Verödungsbehandlung sollten für zwei Tage Sport, für eine Woche Schwimmen, Saunabesuche und Sonnenbestrahlungen gemieden werden.
Laser- und IPL-Behandlungen von Besenreisern
Nach der Behandlung sollten Schwimmen und Saunabesuche eine Woche lang, Sonnenbäder für vier Wochen gemieden werden, weitere Einschränkungen bestehen nicht. An Nebenwirkungen können gelegentlich bläuliche Verfärbungen („Matting“), Blutergüsse durch Platzen von kleinen Besenreisern und selten, bei Überdosierung, kleine Hautgeschwüre entstehen, die innerhalb von einigen Wochen abheilen. Die Laserbehandlung ist auch in schwierigen, der Verödungsbehandlung nicht zugängigen Situationen, wie dem Matting, sehr tiefen und sehr stark verzweigten Besenreisern meist noch erfolgreich.
Stichelung
Verödung von Besenreisern
Hierbei wird im Liegen mittels kleinster Kanülen ein Verödungsmittel (Polidocanol, hoch konzentrierte Kochsalzlösung) injiziert. Das Verödungsmittel induziert in den kleinsten erweiterten Venen eine Entzündungsreaktion, die zur Verklebung der Besenreiser führt. Zur Wirkungsverstärkung kann das Verödungsmittel durch intensives Schütteln vor der Injektion zu einem Schaum „geschlagen“ werden. Da dieser länger im Gefäß verbleibt, ist der Effekt intensiver (Schaumsklerosierung). Nach der Behandlung wird ein Kompressionsklebeverband angelegt, der für 1Tag belassen wird.
Nachdem pro Behandlungssitzung nur eine bestimmte Menge an Verödungsmittel injiziert werden darf, um mögliche unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, sind bei ausgeprägtem Befund meist mehrere Sitzungen erforderlich.
Laserbehandlung von Besenreisern
Besenreiser und reticuläre („Netz“-)Venenerweiterungen lassen sich sehr effektiv und nebenwirkungsarm mit dem long-Pulse-Nd:YAG-Laser behandeln. Das Laserlicht dringt tief in die Haut ein und wird vom roten Blutfarbstaff Hämoglobin der roten Blutkörperchen in den Venen absorbiert.Die roten Blutkörperchen schwellen daraufhin stark an, wodurch sie die Blutgefässe verschliessen. Durch die hohe Eindringtiefe ist die Behandlung schmerzhaft, weshalb mit einem speziellen Kaltluftgerät gekühlt und evtl. Schmerzmittel gegeben werden müssen. Die Effekte sind, auch bei schwierigen Situationen, wie dem „Matting“, einer flächigen, bläulichen Blutgefässvermehrung, meist sehr eindrucksvoll. Verbände sind nicht erforderlich.





